„ONE“ heisst die Devise der Haute Coiffure Paris für Frühjahr und Sommer 2015. Hier einie Kollektion des diesjährigen Trends.

 

Am 22. März erschien im Badischen Tagblatt ein Bericht von Irene Schröder. Sie sprach auch mit Roman über die neuesten Trends.

„Paris steht für die feminine, verspielte Version, London favorisiert strenge Schnitte und klare Konturen – darauf kann man zählen“, fasst Roman Kilgus die Impressionen von den großen Trendschauen auf den Köpfen zusammen. Wer in diesen beiden Metropolen frisiert, gehört zu den Trendsettern, selbst Mailand oder Berlin kommen da nicht mit. Der Baden-Badener Friseur gehört seit Jahren zum auserwählten Kreis der Haute Coiffure Francaise (HCF), bei deren internationaler Show auch das deutsche Team zeigt, was Haarkünstler an Technik und Kreativität leisten können. Wie tragbar diese spektakulären Haarkunstwerke im Alltag sind, spielt bei der Haute Coiffure eine ebenso untergeordnete Rolle wie bei der Haute Couture – es geht um Lebensgefühlt, um Kunst und erst danach um neue Schnitte, neue Farben und Stylingprodukte, die im Salon die Annäherung an die Looks erlauben – schließlich sieht ja auch nicht jede Kundin, beziehungsweise jeder Kunde, wie die mit herrlichen Mähnen gesegneten Models auf der Bühne aus.

„Es ist immer ein tolles Erlebnis“, schwärmt Roman Kilgus, der den Kollegen natürlich genau auf die Finger gesehen hat – zum Beispiel beim Toupieren mit den Fingern statt mit dem bekannten Kamm – ergibt mit den geeigneten Produkten den leicht wuscheligen „Undone“-Look, auf den auch die Pariser Modemacher bei ihren Schauen schworen. Ein neues Trendprodukt könnte das gute alte Haarspray ablösen: Ein Puder, der mit der Hand in das trockene Haar einmassiert wird und unsichtbar für Stand und Fülle sorgt, ohne zu verkleben.

Wie in jeder Saison kürte die HCF den „Printemps Èté“-Trend, der von den Mitgliedern in Frühjar und Sommer in ihren Salons umgesetzt werden wird. Er heißt schlicht uns einfach „One“, nicht etwa zu verwechseln mit einem Einheitsschnitt. Die Große Überraschung: Für einen kinnlangen Bob muss eine lang über den Rücken wallende Haarpracht nicht einen Zentimeter gekürzt werden – sie wird eingeschlagen und unsichtbar festgesteckt – fertig ist die kurze Alternative!

Die Erklärung zu „One“ liefert die offizielle Look-Broschüre: Die HCF-Frau gibt sich modern, entspannt und ein bisschen frech und legt sich auf keine Frisur fest – die Haare müssen ihre aktuelle Situation reflekttieren. Ähnliches gibt es für den Mann, der natürlich auch eine „One“-Variation für sich beansprucht: Selbstsicher bevorzugt er einen sportlichen Stil mit harmonischen Knoturen und verzichtet auf den lange Zeit angesagten Undercut.

Bei den Farben spielen Pastelltöne in vielen Abstufungen eine große Rolle: Hellgrün, Lavendelblau Strähne an Strähne? Kein Problem für die Farbkünstler. Die neuen Farben seien sehr sanft und würden sich wie ein pudriger Gloss über die Originalfarbe legen, erklärt Kilgus. So könne durchaus ein blasses Rosé mit einem hauch von Kupfer oder einem sanften Beige kombiniert werden – der Effekt bleibe natürlich im Gegensatz zu den harten Punktsträhnen, die vor einiger Zeit gerade in dunklen Haaren schrille Akzente setzten.

„Das geht alles wunderbar harmonisch ineinander über“, meint Kilgus – allerdings eignen sich die zarten Farbabstufungen vor allem für helle Haare. Bei dunkleren Haaren empfehlen sich eher feine Strähnchen oder Highlights, die wie „aufgemalt“ wirken – das meint jedenfalls der Zentralverband des Deutschen Friseur-Handwerks in seinem Trendbericht.

Damit die Pariser Pastelltöne im Haarrichtig schön zur Geltung kommen, muss natürlich das übrige Styling stimmen – also entweder durchgehend zarte Lidschatten und dezent mit Farbgloss akzentuierte Lippen oder ein sehr zurückhaltend geschminktes Gesicht, in dem ein knallrotes Lippenrouge einen dramatischen Gegensatz zu der zartblonden Haarfülle bildet.

Auch bei einem feinen Haar lassen sich die „One“-Variationen umsetzen – neue Schnitt-Techniken und Spezialwerkzeug holen ungeahntes Volumen auch aus eher spärlichem Haarwuchs heraus. Der Rest ist Eigenleistung: Typgerechte Pflege, die das Haar nicht beschwert und die Umsetzung der guten Ratschläge vom Fachmann – wie bei der übrigen Mode auch.